Auf meiner sehr bescheidenen Todo-Liste als Hobby-Astronom fehlte lange Zeit ein Haken bei “Totale Sonnenfinsternis beobachten”. Eine Chance hatte ich ja schon. Aber ohne ins Detail zu gehen: 1999 stand ich mit einer Sonnenfinsternisbrille auf der Nase auf einer Terasse und beobachtete eine dichte, dunkle Wolkendecke beim Vorüberziehen.

Jetzt, im Jahr 2026, eine zweite Chance. Der Kernschatten einer totalen Sonnenfinsternis zog am 12. August 2026 unter anderem über die Balearen-Insel Mallorca. Dort hatte ich Gelegenheit, zumindest ein kleines Häkchen auf der Todo-Liste zu machen.

Absoluten Vorrang bei der Beobachtung hatten meine Augen. Ich flog mit etlichen Sonnenfinsternis-Brillen im Gepäck ein paar Tage vorher auf die Insel. An Technik hatte ich sonst wenig dabei. Meine Sony Alpha 6400 mit einem kleinen Teleobjektiv, einem kleinen Statik und mein Smartphone, ein Fairphone 5. Eigens an Fotoequipment für das Ereignis gekauft hatte ich mir letztlich nur noch einen Sonnenfilter für das Objektiv. Ich hatte mir auch fest vorgenommen, während der Verfinsterung nicht zu viel Zeit mit der Technik zu verbringen, sondern mehr das Zuschauen zu genießen – auch im Nachhinein eine gute Entscheidung.

Bei der Wahl des Beobachtungsstandorts war die Webseite The Photographer’s Ephemeris (TPE) von unschätzbarem Wert. Die Sonnenfinsternis fand grob im Nordwesten Mallorcas statt. Nur leider sie das auch die Seite der Insel, an der die Serra de Tramuntana ist, ein teilweise rund 1000 Meter hoher Gebirgszug. Mit TPE konnte man sich aber den Schattenwurf der Bergzüge zum Zeitpunkt der Finsternis simulieren lassen und selbst noch in der Ebene Orte finden, wo die Sonne zwischen zwei Gipfeln noch zu sehen gewesen wäre – oder eben auch nicht. Und die Berechnungen erwiesen sich als recht genau. Sehr praktisches Werkzeug, um ganz allgemein Beobachtungen oder Fotografien zu planen.

Die Sonnenfinsternis ging vielversprechend los, ich machte nebenbei einige Fotos mit der Sony durch den Sonnenfilter, aber wie geplant schaute ich vor allem mit den eigenen Augen zu – durch die SoFi-Brille natürlich –, wie der Mond die Sonne immer mehr anknabberte. Die Foto-Aufnahmen sind ganz gut geworden, schade ist halt, dass man von der Umgebung gar nichts mehr sieht. Die Folie des Filters dunkelt wirklich und aus gutem Grund sehr stark ab.

Aufnahmen durch den Sonnenfilter der zunehmenden Bedeckung der Sonne durch den Mond.

Aufnahmen durch den Sonnenfilter der zunehmenden Bedeckung der Sonne durch den Mond.


Aufnahmen durch den Sonnenfilter der zunehmenden Bedeckung der Sonne durch den Mond.

Aufnahmen durch den Sonnenfilter der zunehmenden Bedeckung der Sonne durch den Mond.


Aufnahmen durch den Sonnenfilter der zunehmenden Bedeckung der Sonne durch den Mond.

Aufnahmen durch den Sonnenfilter der zunehmenden Bedeckung der Sonne durch den Mond.


Aufnahmen durch den Sonnenfilter der zunehmenden Bedeckung der Sonne durch den Mond.

Aufnahmen durch den Sonnenfilter der zunehmenden Bedeckung der Sonne durch den Mond.


Aufnahmen durch den Sonnenfilter der zunehmenden Bedeckung der Sonne durch den Mond.

Aufnahmen durch den Sonnenfilter der zunehmenden Bedeckung der Sonne durch den Mond.


Aufnahmen durch den Sonnenfilter der zunehmenden Bedeckung der Sonne durch den Mond.

Aufnahmen durch den Sonnenfilter der zunehmenden Bedeckung der Sonne durch den Mond.


Aufnahmen durch den Sonnenfilter der zunehmenden Bedeckung der Sonne durch den Mond.

Aufnahmen durch den Sonnenfilter der zunehmenden Bedeckung der Sonne durch den Mond.


Aufnahmen durch den Sonnenfilter der zunehmenden Bedeckung der Sonne durch den Mond.

Aufnahmen durch den Sonnenfilter der zunehmenden Bedeckung der Sonne durch den Mond.

Am Ende wurd es dann wirklich sehr lichtschwach auf den Fotos, in Echt war selbst die sehr schmale Sichel noch gut zu erkennen. Hätte ich mir mehr Zeit für die Technik genommen, wäre da vermutlich durch Nachregeln der ISO, Belichtungszeit, Blende, etc noch etwas mehr rauszuholen gewesen. So war das ein Fall für die nachträgliche Bildbearbeitung mit Darktable, aber das kann auch nicht zaubern.

Dann, wenige Minuten vor der totalen Finsternis, zog leider Wolken auf. Nicht nur über den Bergen, wie wir tags darauf erfahren haben, sondern teilweise auch über dem Meer. Schon wieder Wolken bei einer Sonnenfinsternis, das Universum meint es wirklich nicht gut mit mir. Doch zum Glück waren die Wolken nicht sehr dicht. Doch dicht genug, dass wir die völlige Verdunkelung mit der “schwarzen Sonnenscheibe” nicht erkennen konnten.

Doch als kleiner Trost ergab sich ein anderer besonderer Lichteffekt. Während der Totalitätsphase war es rund um den Bereich Sonne und Mond dunkel, während es links und recht über den Bergen viel heller war. Wir standen im Dunkeln, während es neben uns hellere Bereiche gab. Ich vermute, das wenige Licht der Sonnenkorona wurde über die Wolken gestreut. Das dauerte nur kurze Zeit an und wirkte in Echt viel seltsamer, als es auf dem Foto rüberkommt.

Die Totalität an unserem Ort: Dunkler Berge in der Mitte, helle Berge links und rechts. Und wir im Schatten.

Die Totalität an unserem Ort: Dunkler Berge in der Mitte, helle Berge links und rechts. Und wir im Schatten.

Gleich nach der Totalität wurde es schlagartig hell hinter den Wolken, nur um wenige Minuten wieder dunkel zu werden – die Sonne ging unter, gut zehn Minuten später versank sie scheinbar im Meer. Aber das konnten wir schon nicht mehr sehen.

Auch wenn mir ein klarer Blick auf die vollständig verdeckte Sonne versagt blieb, war es doch ein sehr beeindruckendes Ereignis, das ich nicht so schnell vergessen werde.